Freie Rettungshundestaffel
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Gassi-TV: Mantrailertreffen 2009

 

 

Mantrailertreffen im Rheinland

Dem teils unfreundlichen Herbstwetter trotzten am Wochenende die rund 60 Teilnehmer eines großen Rettungshundetreffens, organisiert von der hiesigen Rettungshundestaffel. Aus dem ganzen Bundesgebiet kamen die Hundeführer mit ihren, zu Mantrailern ausgebildeten, Suchhunden nach Siegburg. Dabei ging es am Samstag zunächst um den theoretischen Austausch der Rettungshundeführer untereinander. Der Leiter der Rettungshundestaffel, Oliver Muth, widmete sich in seinem rund 3 stündigen Vortrag dem Thema „Ausbildungskonzepte im Mantrailing“, der bei den Zuhören regen Anklang fand. In der anschließenden Diskussionsrunde hatten die Teilnehmer dann die Möglichkeit ihre eigene Arbeitsweise vorzustellen und darüber zu debattieren. Ab Sonntagmorgen kamen dann endlich die mitgeführten Vierbeiner zu ihren Einsätzen. An 10 unterschiedlichen Treffpunkten in Siegburg, Hennef und Sankt Augustin, wurde in kleinen Gruppen mit jeweils 5 Teams die Suche nach Vermissten geprobt und demonstriert.

"Es freut uns, dass wir nun schon zum 3. Mal den Rhein-Sieg Kreis zum ‚Mekka der Supernasen’ machen konnten. Von München bis Flensburg sind die Teams angereist um ihre Erfahrungen an andere Trailer weiter zu geben und sich selber neue Anregungen zu suchen.“, so Oliver Muth. Die Spezialisten kamen dabei aus den Reihen fast aller Hilfsorganisationen wie ASB, Deutsche Rote Kreuz (DRK), Malteser, Johanniter (JUH), Deutsche Rettungshunde Verein (DRV), Bundesverband Rettungshunde (BRH) sowie von der Freiwilligen.
 
Bei den Mantrailern genannten Personenspürhunden, handelt es sich um eine moderne und sehr effektive Variante eines Rettungshundes. Die Hunde bekommen dabei vor der Suche einen Geruchsträger unter die Nase gehalten. Dies kann z.B. ein Kleidungsstück sein welches die gesuchte Person getragen hat. Der Hund folgt dann der Geruchsspur dieser Person. Fertig ausgebildete Hunde sind in der Lage diesen individuellen Geruch aus zehntausenden anderer Gerüche heraus zu selektieren, wie einige der Teilnehmer bei einer Einsatzübung eindrucksvoll unter Beweis stellten. Dabei mussten die Hunde die Spur einer Person durch den Siegburger ICE-Bahnhof und einen Teil der Fußgängerzone verfolgen. Hierzu Ausbildungsleiterin Stefanie Nowarra: „Was für den Zuschauer wie Zauberei wirken mag, ist das Resultat einer sehr intensiven und professionellen Ausbildung von Hund und Hundeführer. Nur durch ein sehr aufwendiges Training sind unsere Hunde in der Lage solch schwierige Spuren auch noch nach einigen Tagen sicher zu verfolgen“.
 
Die Haupteinsatzfelder der Mantrailer liegen in der Suche nach vermissten Personen, oft z.B. ältere demente Menschen, Kinder und abgängige Suizidenten. Auch bei schweren Verkehrsunfällen, nach denen Personen unter Schock verwirrt durch die Gegend irren, kommen die Mantrailer mit ihren Hunden zum Einsatz.
 
Grundsätzlich ist jeder gesunde Hund zu dieser Form der Arbeit fähig. „Möglichst jung sollten die Hunde beim Start in die Ausbildung zum Mantrailer sein, selbst mit Welpen lassen sich bereits spielerisch die ersten Elemente der späteren Suche einüben. Eine besondere Ausbildung oder Vorkenntnisse sind dabei weder beim Hund noch bei Frauchen- oder Herrchen erforderlich.“, verrät uns Stefanie Nowarra. „Die Ausbildung in der Staffel ist kostenfrei, lediglich große Teile ihrer Freizeit müssen die angehenden Rettungshundeführer investieren.“ Wer mehr über die „Supernasen“ wissen möchte darf sich gerne an die ausrichtende Staffel wenden (muth.oliver@arcor.de). „Potenzielle Neueinsteiger finden bei uns immer ein offenes Ohr. Da Rettungshundearbeit sehr zeitintensiv ist, findet sich geeigneter Nachwuchs nur schwer. Die Ausbildung in unserer Staffel basiert dabei vor allem auf einer hohen Motivation. Nur mit sehr viel Spaß an der Aufgabe lassen sich die Ausbildungsziele bei Zwei- und Vierbeinern erreichen.“